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Villa Sonnenschein, Wörlitz Drucken E-Mail

Teambegleitung im Rahmen des ESF-Projektes "kita-elementar" des Landes Sachsen-Anhalt.

Aus der Rede der Leiterin Frau Sommerlatte, anläßlich der Zertifikatsübergabe zum Abschluss der Qualifizierung: 

 

"Im Juli 2009 übernahm ich die Kita „Villa Sonnenschein“ und damit ein bereits länger bestehendes Team und ein gutes Fundament was meine Vorgängerin als Leiterin geschaffen hatte. Ich schaute aufmerksam auf jedes Teammitglied, beobachtete sie, wie sie arbeiten und schaute dabei auf persönliche Eigenschaften des Einzelnen. Für jeden der Leiter ist, ist klar, dass es keine leichte Sache ist, ein Team zu übernehmen was unter einer anderen Leitung stand. Das Team war an die Leiterin gewöhnt und jede Erneuerung wurde mit besonders gespannter Erwartung aufgenommen. Dazu kamen noch die wachsenden Anforderungen der Entwicklungs- und Qualitätsstandards in der Kita. Es war für das Team und mich eine schwierige Herausforderung das Team zusammen zuhalten und mit dem Ziel die Kita als Ganzes voranzubringen.

 

Ich legte folgende Philosophie für die tägliche Arbeit fest:

"Wenn ich nur darf, wenn ich soll,
aber nie kann, wenn ich will,
dann mag ich auch nicht, wenn ich muss.

Wenn ich aber darf, wenn ich will,
dann mag ich auch, wenn ich soll
und dann kann ich auch, wenn ich muss.

Denn sie:
Können, müssen, wollen, dürfen......."

 

Mit dieser Einstellung und einem Team aus Umsetzern, Teamarbeitern, Wegberater, Perfektionisten und Spezialisten gingen wir an die tägliche Arbeit mit einem gewissen Risiko sich auch zu irren. Ende 2009 hörten wir von der Inhouse – Schulungen und führten dazu im Rathaus Wörlitz mit Frau Meißner-Trautwein und Frau Jaschinsky, Fortbildungsreferentinnen im ESF-Projekt "Kita elementar" ein erstes Treffen durch.

Unzweifelhaft war es schwierig, sich auch jetzt mit der Frage der Weiterbildung zu befassen und zwar einer Team-Weiterbildung. Was ist denn das?

 

Die Anfangsgespräche mit dem Bürgermeister und dem Leiter der Verwaltungsamtes führten wir gemeinsam mit dem Personalrat durch.  Unser Wunsch stieß schnell auf offene Ohren und positive Resonanz. Die Gespräche im Team gingen nicht ohne Wenn und Aber ab und dann ging es aber los:

 

Wir erarbeiteten uns eine Organisationskultur mit vielen freien Montagen und Freitagabenden sowie Sonnabenden und uns gelang es, alle im Team mitzureißen.

Etwas distanziert, aber voller Erwartungen ging es am 8.2.2011 los.

Nach einem Rundgang durch alle Bereiche der Kita, waren meine Spätdienstkollegin und ich niedergeschlagen und teilweise „ohnmächtig“. Wir sprachen lange über die Anmerkungen zu unserer Einrichtung. Aber auch viele Fragen quälten uns, unser Selbstbewusstsein und Vertrauen war geknickt.  Waren wir doch immer bestrebt uns die Pädagogik anzueignen und unsere Liebe zum Kind war doch Bestandteil unserer täglichen Arbeit. In Dienstberatungen und Teamgesprächen analysierten wir das Geschehene.

 

Meine Orientierung fand ich an Teammitgliedern die Initiative zeigten, die schnell auf Neues, Erarbeitetes und Fortschrittliches reagierten. Genutzt wurde all das Gute, was den Teammitgliedern zur Verbesserung der räumlichen Situation uns einfiel. Alle waren für mich als Leiterin eine Stütze.

Es lief nicht alles gradlinig, manchmal machte sich auch Ungeduldigkeit und Unsicherheit gegenüber den neuen Dingen breit. Wir gingen konsequent den Anregungen und Anleitungen des Systemchoach nach und lernten dabei unsere Arbeit objektiv einzuschätzen. Selbsterkenntnis und Selbstreflexion und viele, viele Einzel- und Gruppengespräche bildeten unsere Arbeitsgrundlage. Allein das aufmerksame Zuhören, war eine Eigenschaft die alle in Prozess erlangten.

Auch die Aufarbeitung der eigenen Kinderzeit brachte Veränderungen im Team, es wurde über Werte, Normen und persönliche Erfahrungen nachgedacht. Warum? Weshalb? Warum geschieht was?

Wir sahen viele Sachen anders und erkannten, dass wir für unsere Probleme selbst verantwortlich sind und sie nur selbst verändern können. Der Prozess des Umdenkens begann, jeder hatte Visionen – wir fassten sie zusammen zu einer Vision und erarbeiteten uns ein neues Profil für unsere Kita.

 

Mit unserer Referentin als Coach brachten wir unseren Prozess auf den Weg - mit dem Ziel: ständige Weiterentwicklung oder die Beschäftigung mit neuen Aufgaben. Doch unabhängig davon ist es wichtig, das nicht nur jedes Teammitglied für sich lernt, sondern auch die Einrichtung insgesamt und damit gemeinsam im Lernen bleibt.

 

Aber da bei uns allen in den Adern ein wenig Pathfinder-Blut fließt bzw. Pioniergeist ist und das Entdecken des Neuen eine bedeutende Rolle spielt, sind wir offen für neue Ansätze und Konzeptionen. Im Sinne von Einstein, der „Kindliches Staunen“ für jeden Entdecker als unerlässlich ansah. Ein richtig oder falsch gibt es nicht, es ermöglicht ein besseres Maß an Selbst- und Mitbestimmung.

Wichtig für mich als Leiterin ist es, nicht nur den Fokus auf die einzelnen beteiligten Teammitglieder oder auf technisch-organisatorische Bedingung

en zu legen, sondern immer das soziale Gefüge als Ganzes im Blick zu haben. So wie auch für Erzieherinnen der systematische Blick erforderlich ist, d.h. der Blick auf die individuelle Förderung der Kinder integriert, in die Förderung der Gruppe als „lernende Gemeinschaft“. Denn Lernen funktioniert immer in Interaktion.

Mit der Abkehr vom Belehren und mit der Wiederentdeckung des geborenen Lerners in unserem beruflichen Alltag erfolgt der Übergang von der Kommandozentrale zur Lernenden Organisation in unserer Kita.

 

Kein Zweifel, unsere Kita ist "an der Zeit"!


 

 

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