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Das Bildungsprogramm für Kindertageseinrichtungen des Landes Sachsen-Anhalt wurde 2004 von unseren Mitarbeitern, unter der wissenschaftlichen Leitung von Frau Prof. Dr. Ursula Rabe-Kleberg, geschrieben. Der Auftrag dazu wurde vom Landesverwaltungsamt erteilt. Eigens zu diesem Zweck wurde an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Projektgruppe bildung:elementar gegründet, aus der später unser Institut hervorging. Mit der Veröffentlichung des Bildungsprogramms wurde ein Grundstein zur Qualitätssicherung der Kindertageseinrichtungen und zur Professionalisierung des ErzieherInnen-Berufs im Land Sachsen-Anhalt entwickelt. Seit dieser Zeit gilt es als verbindliche Arbeitsgrundlage für ErzieherInnen in Sachsen-Anhalt.
Das Bildungsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt bezieht sich auf alle Altersgruppen und berücksichtigt den Übergang in die Grundschule. Es beschreibt das zugrundeliegende Verständnis von Bildung als aktive, eigensinnige Aneignungstätigkeit von Kindern, die von Erwachsenen angeregt, begleitet und gefördert wird. Das Programm beschreibt grundlegende Prinzipien für die Bildungspraxis in Kindertageseinrichtungen und benennt wesentliche Bildungsbereiche, in denen jedes Kind in einer Kindertageseinrichtung Erfahrungen machen soll. Das Programm orientiert sich an internationalen Erfahrungen mit vorschulischen Bildungsprogrammen. Bildung als Programm für Kindertageseinrichtungen in Sachsen-Anhalt beinhaltet fünf grundlegende Prinzipien: 1. elementare Bildung Ist Bildung in Kindertageseinrichtungen, die die Ganzheitlichkeit der Persönlichkeitsentwicklung jedes Kindes zum Ziel hat. Für die Förderung und Unterstützung der Selbstbildungspotentiale der Kinder sind verlässliche Beziehungen, die Bereitstellung einer anregenden Umgebung, die Vielfältigkeit der Angebote, und die Erschließung neuer Erfahrungen mit Menschen, Dingen und Phänomenen der Welt von größter Bedeutung. Elementare Bildung fördert zuerst die Eigenaktivitäten der Kinder und unterstützt diese bei der Erweiterung ihrer Kompetenzen. Schlüsselkompetenzen sind insbesondere Personale-, Soziale-, Sach- und lernmethodische Kompetenzen.
2. Bildung von Anfang an Dieses Grundprinzip verdeutlicht Bildung als ein lebenslangen Prozess, der nicht in Altersstufen verläuft oder an bestimmte Bildungsinstitutionen gebunden ist, sondern mit der Geburt beginnt. 3. Partizipation Zielt als Grundprinzip des Programms darauf ab, dass die gesellschaftliche Teilhabe in einer modernen Wissensgesellschaft wesentlich mit gleichen Bildungschancen für alle Kinder verbunden ist. Durch Partizipation lernen Kinder für sich und andere Verantwortung zu übernehmen und entwickeln so ein für die Gesellschaft wertvolles Demokratieverständnis.
4. Diversität und Integration Sind Bildungsressourcen, die in diesem Programm einen hohen Stellenwert haben. Dabei ist es von Bedeutung die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit unterschiedlichem sozialen und kulturellen Hintergrund, mit Migrationserfahrungen, Behinderungen, aber auch besonderen Begabungen wahrzunehmen.
5. Kontextorientierung Meint auch das Lernen außerhalb der Kindertageseinrichtung. Elementare Bildung knüpft an Lebenswelten, an Lebensgeschichten und Beziehungswelten der Kinder an und erweitert diese durch Erfahrungen, Erlebnisse und Beziehungen in ihrem sozialen Umfeld.
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